Samstag, 13. Dezember 2008

Populationsgenetik für Taubenväter (Teil 12)

Da habe ich noch in meinem letzten Blog die Beitragsqualität der Zeitschrift "Die Brieftaube" gescholten, und dann lese ich heute in der 49/08 wiederum einen Beitrag zum Thema Zucht und noch dazu einen, wie ich finde sehr guten. Die Überschrift des Artikel lautet "Männergespräche" und gibt im wesentlichen ein Gespräch der Autorin mit den zwei Züchter-Ikonen Harry Tamsen und Günter Prange wieder.

Ich finde den Artikel sehr gut, weil er die Erfahrungen zweier sehr erfahrener Züchter zum Thema Zucht wiedergibt, und dabei einige sehr hilfreiche Schlüsse gezogen werden. Und dazu gibt der Artikel ein hervorragendes Beispiel dafür ab, wie wir Informationen, die wir von Spitzenzüchtern, Taubenexperten, Zuchtexperten, Blog-Schreibern :-) oder wem auch immer erhalten, bewerten sollten: Neugierig, offen, doch immer auch kritisch! (wie gesagt, das gilt im selben Umfange auch für meine Blogbeiträge, lieber Leser!)

Harry Tamsen hat in dem Artikel Manches, sehr wahres gesagt, wie ich finde:
1. Wenn man Durchschnittstauben mit sehr guten Tauben verpaart, kommt dennoch nie etwas sehr gutes dabei heraus!
2. Schwarmfliegen welches Tauben durch Auflass in kleineren lokalen Gruppen lernen, mag Verluste minimieren, ist aber auf Dauer der Anforderung, dass sich unsere Tauben vom Schwarm trennen müssen, nicht förderlich. In der Konsequenz sind also Auflässe in größeren Verbunden anzustreben.
3. Häufiges Umpaaren hilft beim identifizieren der "vererbungsstarken" Tauben. Und nur mit diesen sollte man bevorzugt weiterarbeiten.

Darüber hinaus war ich aber insbesondere von Günter Prange beeindruckt. Allem voran, weil er sich mit seinen Aussagen zurückgehalten hat, selbst wenn manche Aussage von Harry Tamsen an der einen oder anderen Stelle geradezu zum Widerspruch eingeladen hat. Doch was er gesagt hat, hatte Gewicht. Insbesondere, finde ich, ist seine Äußerung hervorzuheben,
dass der Charakter eine extrem wichtige und im übrigen vererbliche Eigenschaft von Tauben ist, die bei der Selektion Berücksichtigung finden muss, denn er macht die wirklich gute Taube aus. Ich für meinen Teil fasse unter diesem Begriff solche Dinge wie Neugierigkeit, Lernfähigkeit, Revierverhalten und Brutverhalten zusammen. Mit dem Wort "Dickköpfigkeit", dass Harry Tamsen an dieser Stelle ins Spiel brachte, kann ich persönlich jedoch nicht so viel anfangen, da ich es schwer finde Dickköpfigkeit und mangelndes Lernvermögen sauber zu trennen. Auch weitere Hinweise von Günter Prange fand ich sehr wertvoll, wie z.B. dass man seinen Bestand nicht aufblähen sollte, damit man nicht den Überblick, das Zuchtziel aus den Augen verliert und dass Geduld sehr wichtig ist und dass vieles auch bei ihm einfach nur Glück war.


Kritikfähigkeit erhalten
Aber wie bereits erwähnt, der Artikel ist auch deshalb sehr gut, weil er deutlich zeigt, dass wir die Informationen, die wir über unseren Sport von Anderen erhalten, immer kritisch prüfen müssen, selbst wenn diese von solchen Züchter-Ikonen stammen.

Konkret:
Harry Tamsen ist sehr generalisierend in manchen Aussagen, seine lange Erfahrung, wohl auch seine Erfolge mögen ein Anlass dafür sein. Aber sicher auch, da dass Gehirn des Menschen immer froh ist, wenn es Muster im Chaos erkennt, an die es sich halten kann. Und wenn ein Muster für uns plausibel ist, so stellt es für uns die "Realität" dar unter die wir vieles Einordnen, selbst wenn das nicht immer logisch und dadurch in der Folge auch nicht immer richtig ist.

So ist die erste Aussage Harry Tamsens, dass Durchschnittstauben mit sehr guten Tauben verpaart praktisch nie etwas sehr gutes ergeben, sicher aufgrund seiner Erfahrungen und Beobachtungen vieler Züchter entstanden, die er im Laufe der Jahrzehnte kennenlernte, und ist daher wertvoll. Doch ist seine Begründung, dass dieser Effekt wohl maßgeblich an der Inzucht schlechter Tauben liegt, die viele Züchter betreiben, ist nicht schlüssig. Es könnte ein Grund sein, wenn es so wäre, dass viele schlechte Züchter zu lange Inzucht im "eigenen Sud" betreiben würden. Doch müßten dann schon erhebliche Inzuchtgrade bei diesen Züchtern erreicht sein, damit diese Begründung greift. Aber tatsächlich versuchen doch auch die Erfolglosen immer wieder Neues einzuführen, nur eben erfolglos.

Dabei bietet die Populationsgenetik ein sehr gutes Erklärungsmodell für Tamsens Beobachtung und noch dazu ein wissenschaftlich belegtes! Bei den Leistungseigenschaften handelt es sich im wesentlichen um quantitative Eigenschaften, die durch ein Ansammeln von möglichst vielen guten Genen (fast immer sind dies rezessiv vererbte Allele
[Allel <-> Bezeichnung einer Genvariante] ) gesteigert werden können (siehe hierzu auch frühere Blogartikel dieser Reihe). Ein rezessives Allel kommt nur zur Wirkung, wenn es reinerbig, also auf jedem der beiden Chromosomen eines Chromosomenpaares auftritt.

Der zerstörerische Einfluß des Mittelmaßes
Die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Allel reinerbig (homozygot) in einer Population auftritt, hängt natürlich von der Häufigkeit dieses Allels in dieser Population ab, in der ich Paarungen zusammenstelle. Wenn die Population gut gemischt und groß genug ist, kann man den Zusammenhang zwischen der Häufigkeit eines Allels und seiner Reinerbigkeit berechnen. Diese Berechnungsformel haben wir den Forschern Hardy und Weinberger zu verdanken. Und selbst wenn unsere Population nicht so pefekt gemischt ist, und relativ klein, gibt uns das Ergebnis dieser Berechnung dennoch einen guten Eindruck davon, wo hier das Grundproblem liegt:
Die rote Kurve zeigt, welcher Prozentsatz an Tieren ein Merkmal sichtbar zeigt, wenn wir ein einziges rezessives Allel betrachten. Wenn z.B. 50% aller Tiere dieses Allel in sich tragen, haben wahrscheinlich 25% aller Tiere dieses Allel reinerbig vorliegen und zeigen somit die zugehörige Eigenschaft. Erst bei über 70% Häufigkeit dieses Allels im Bestand zeigt wenigstens die Hälfte aller Tiere diese Eigenschaft.

Doch wir haben es ja mit vielen rezessiven Allelen zu tun, die eine Eigenschaft wie z.B. eine hohe Fluggeschwindigkeit bestimmen. Und wären es nur 10 Allele, die maßgebend für die besondere Qualität einer As-Taube wären, und diese 10 säßen auf 10 verschiedenen Chromosomen, so dass sie nicht "am Stück" vererbt würden, sondern unabhängig von einander, so folgt die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Tier alle Gene "wirken" können dem blaue Kurvenverlauf in der Grafik. Und der ist bemerkenswert!

Er zeigt, dass wir unter diesen, noch nicht einmal besonders schweren Rahmenbedingungen (es sind nämlich sicher mehr
als nur 10 Gene für eine As-Taube verantwortlich) eine Wahrscheinlichkeit von nur 0,1% haben nochmals so eine As-Taube zu züchten, selbst wenn alle Tauben in der Population alle diese wichtigen Gene mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% in sich tragen!! Selbst wenn bereits 70% aller Tauben diese wichtigen Gene tragen, lägen unsere Chancen auf eine As-Taube dieser Art bei gerade mal 2,8%. Hierdurch wird also sehr drastisch verdeutlicht, wie stark bereits eine nur geringe Verwässerung von sehr guten Erbanlagen in einem Bestand unsere Chancen auf guten Nachwuchs herabsetzen. Und genau deshalb darf man nur sehr sehr gute Ausgangstiere zur Zucht einsetzen und genau deshalb führt ein Einführen von Spitzentauben in eine Gruppe von mittelmäßigen Tauben praktisch nie zum Erfolg! Harry Tamsen hat absolut recht, nur aus einem ganz anderen Grund als er hier anführte.


Jährige Tauben und das Umpaaren
Eine andere, auch immer wieder zu lesende These ist es, dass aus jährigen Tauben besser gezogen wird, als aus älteren. In der mutigen Formulierung von Harry Tamsen wird hieraus sogar, dass bei den Spitzentauben eines Schlages mindestens ein Elterntier jährig war und dass die Eltern (Zitat) "nie" ähnlich gute Geschwister gebracht haben. Nun auch hier schlägt die Freude über eine durch Beobachtung gemachte Erfahrung Harry Tamsen wohl ein Schnippchen. Diese Beobachtung wird nicht nur zur Regel erhoben, sondern gilt schon gleich ausschließlich.

Als kritischer Taubenzüchter und Leser sollte man hier die Züchter-Ikone einfach ausblenden, und seinen Abstammungsordner aus dem Schrank holen:
Die Eltern des Rambo, einem Reise-As von van Dyck waren 4 und 5-jährig. Der Rambo brachte mit Het Laatje sowohl den Kannibaal als auch den Bourges. Beides Reise und Zucht-Asse. Hier waren die Eltern 2- und 5-jährig!
Der Stammvogel bei Joop Koch, der "Lichte Orleans" wurde 6.nat. As-Taube, sein Vater war 9-jährig, seine Mutter 2-jährig. Er selbst zog mit der "Dochter Belg" in fester Paarung über mehrere Jahre eine 1.nat As-Taube Kurzstrecke, eine 3. nat. As-Taube Mittelstrecke und eine 9.nat. As-Taube Mittelstrecke.
Die Eltern der Fieneke von Vervoort waren 4- und 3-jährig. Sie brachten aber auch noch die B-98-800, die bei Körner in Deutschland zu einer Topzuchttaube wurde.
König und Königin bei Andreas Drapa waren 4- und 5-jährig, als sie den 638 brachten, der 2002 1.As-Vogel in Deutschland wurde und sie waren schon 6- und 7-jährig, als sie mit dem 1020 einen weiteren 1.As-Vogel und Olympiasieger brachten.
Die Eltern des Figo von Reynaert waren bereits 7- und 4-jährig, doch brachten sie schon 5- und 2-jährig den Keizer, der ebenfalls 1.provinzielle As-Taube wurde und 14x1. Preise flog. Zudem brachten sie einige weitere Top-Zuchttauben, wie z.B. den "Kleine Figo" bei Bosua.
Die Autokoppel bei Bosua besteht aus zwei Tauben, die ebenfalls aus 6-,6-,5- und einer 4-jährigen gezogen wurden. Dieses Zuchtpaar brachte mehrere As-Tauben, wovon einige wie z.B. die Witkopje (bestes Jungtier NL) gezüchtet wurde, als die Eltern jeweils 5-jährig waren.

Ich will an dieser Stelle aufhören, sonst wird es langweilig, doch es ließe sich noch beliebig lange fortführen, wie jeder anhand von Abstammung berühmter Tauben selber nachvollziehen kann! Wie kann es also selbst bei einem so erfahrenen Züchter zu einer solchen Fehleinschätzung kommen? Nun ich glaube, so etwas passiert immer dann, wenn man sich statistische Effekte nicht bewußt macht. Im vorliegenden Falle: Fast alle Bestände haben einen großen Anteil an jährigen Tauben (oft die Hälte eines Bestandes). Daher ist es auch so, dass an sehr vielen Paarungen jährige Tauben beteiligt sind! Sie geraten also statistisch in Vorteil. Um sich ein Urteil zu bilden, muß man also nicht die Zahl der guten Tauben aus Paarungen mit jährigen Tauben beurteilen, sondern die Zahl solcher Tauben zunächst ins Verhältnis mit der Anzahl solcher Paarungen setzen. Und erst dann darf man diesen Quotienten mit dem entsprechenden Quotienten der Vergleichsgruppe vergleichen! Und wenn die jährigen Tauben eines Schlages nicht durch eine bessere Gesundheit im Vorteil sind, was bei einem durchweg gesunden Bestand nicht der Fall sein sollte, ist ganz klar zu erwarten, dass alle Altersgruppen in etwa gleich gut abschneiden, denn die Erbgesetze sind nicht altersabhängig (abgesehen von sehr , sehr seltenen Umwelteinflüssen auf das Erbgut, wie z.B. Mutationen oder Epigenetische Effekte)!

Und auch das seltene Auftreten von zwei Assen aus einem Paar ist doch wohl eher ein statistischer Effekt. Es ist eben schon selten, ein As aus einem Paar zu ziehen. Es ist noch einmal genauso selten, wenn ich ein zweites As aus dem selben Paar ziehe. Durch Umpaaren steigere ich aber diese Chancen nicht. Dies sagt uns die Populationsgenetik! Das Umpaaren ist davon abgesehen dennoch zur Identifizierung eines dominanten Vererbers sehr sinnvoll. Und hier würde ich Tamsen wiederum zustimmen.


Geschlechter vergessen!
An einer anderen Stelle verhaut es Harry Tamsen dann so richtig. Nämlich als er den weiblichen Nachkommen eines Vogels und den männlichen Nachkommen eines Weibchens unterstellt, sie würden jeweils 75% der Erbeigenschaften des jeweiligen Elterntieres führen. Natürlich ist das absoluter Blödsinn! Von den 40 Chromosomenpaaren des Tauben-Nachwuchses sind immer 40 Chromosomenstränge vom Vater und 40 Stränge von der Mutter.
Es zeigt aber sehr drastisch, wie sehr auch sehr gute und sehr erfahrene Taubenzüchter durch die einschläge Taubenliteratur und Überlieferungen zum Thema Zucht geprägt werden können. Immer wieder werden wissenschaftlich nicht haltbare Aussagen getätigt, die die Leistungseigenschaften bei Tauben im wesentlichen als geschlechtsgebunden vererbte ansehen (siehe auch meinen letzten Blogartikel).

Es gibt aber sogar einige Indizien dafür, dass die wesentlichen Leistungseigenschaften von Tauben NICHT geschlechtsgebunden vererbt werden! Wie ich zu dieser mutigen Aussage komme? Nun, mit "geschlechtsgebunden" ist ja gemeint, dass die Gene dieser Eigenschaften nur auf dem Z-Chromosom (davon trägt ein Vogel zwei, ein Weibchen eines) oder nur auf dem W-Chromosom (davon trägt einzig das Weibchen eines) vorkommen. Wenn es rezessive Eigenschaften wären, könnten diese Eigenschaften bei Vögeln nur Wirkung zeigen, wenn sie reinerbig vorliegt. Weibchen hingegen haben ja immer nur ein Z-Chromosom. Es kann also hier auch ein rezessives Merkmal welches auf diesem Chromosom liegt ausgeprägt werden, da ja der "Gegenpart" auf einem zweiten Z-Chromosom fehlt. In der Konsequenz hat dies Folgen auf die Häufigkeit, mit der so ein Merkmal zu tage tritt, es müßte sich nämlich bei Weibchen häufiger durchsetzen. Wenn nun wesentliche Leistungseigenschaften, welche rezessiver Natur sind, geschlechtsgebunden vererbt würden, müßten die Weibchen den Vögeln im Durchschnitt überlegen sein. Vergleicht man aber die AS-Punktzahlen der Bundes-AS-Tauben der letzten Jahre, so erkennt man jedoch, dass hier kein Unterschied in der Leistungsfähigkeit festzustellen ist!

Wenn aber nun wesentliche Leistungseigenschaften dominant und geschlechtsgebunden vererbt würden
(es braucht also nur ein Z-Chromosom oder nur das W-Chromosom Träger des Allels zu sein), würden sich diese dominanten Eigenschaften bei der leistungsbezogenen Selektion der Brieftauben bereits seit Jahrhunderten unterliegen bereits so stark durchgesetzt haben, dass nur noch sehr selten Brieftauben auftauchen sollten, die dieses Allel nicht besitzen. Denn jeder Nachkomme, der so ein Allel nicht besitzt, fällt ja direkt durch geringere Leistung auf und kann selektiert werden.


Die Sache mit den 75%
Durch Inzucht ist es jedoch sehr wohl möglich Tauben zu züchten, die 75% des Erbgutes ihrer Ahnen gesichert auf die Nachkommen übertragen. Dies ist nämlich bei einem Inzuchtkoeffizienten von 50% des jeweiligen Zuchttieres der Fall (siehe auch ältere Blogbeiträge zu diesem Thema)! Ihm müßte jedoch eine mehrfache extreme Inzucht vorausgegangen sein. So erreicht man diesen Inzuchtkoeffizienten zum Beispiel, wenn in drei aufeinander folgenden Generationen Voll-Geschwisterpaarungen vollzogen wurden. Diese Tiere enthalten dann konzentriert einen Genmix ihrer Ur-Eltern (also Ur-Vater und Ur-Mutter).

Ebenso stark könnte man die Gene dieser beiden Ur-Eltern konzentrieren, wenn man grob sechs Generationen hintereinander Halbgeschwisterpaarungen vollzieht, bei denen immer auf diese gemeinsamen Ur-Eltern in Linie gepaart würde. Dazu benötigt man 7 Halbgeschwister (1 von einem Geschlecht [auf seine Eltern hin, wird sich die Inzucht konzentrieren] und 6 vom anderen Geschlecht[pro Inzucht-Generation eins]) Diese 7 Halbgeschwister müßten also jeweils verschiedene Elterngegenstücke haben, sonst würde auch das Erbgut des zusätzlich mehrfach vorkommenden Ahnen "aufkonzentriert".

Und als dritte Alternative könnte eine grob 10fach wiederholte Rückpaarung von Kindern an ein und dasselbe Elterntier die Gene dieses einzelnen Elterntieres vergleichbar aufkonzentrieren. Ich bezweifle jedoch sehr stark, dass all diese Zuchtwege wirklich sinnvoll sind. Denn wir würden natürlich sehr stark Gefahr laufen, dass insbesondere auch alle schlechten Gene einer Taube übertragen und konzentriert würden. Zudem müßte in jeder Generation ja eine ausgiebige Zuchtprüfung erfolgen, so dass sich allein deshalb schon zeitliche Probleme ergeben würden. Und zu guter Letzt würde die Inzuchtdepression höchstwahrscheinlich recht früh ein Scheitern unserer Bemühungen besiegeln.

Und so ist der auch Hinweis von Günter Prange in diesem Artikel wiederum sehr wertvoll, dass man zur Erhaltung des Stammes ganz eng Paaren muß. Doch er weißt darauf hin, dass er bei aktuell z.B. 6 derartigen Inzuchtprodukten in seinem Bestand noch lange nicht davon ausgeht, dass auch nur ein einziger darunter ist, der die guten Eigenschaften weitervererbt. Sie alle müssen auf den Prüfstand! Und auch wenn ich ja schon an so vielen Stellen in meinem Blog vor dem Schluß von Äußerlichkeiten auf innere Werte einer Taube gewarnt habe: An dieser Stelle, bei der Auswahl von Inzuchtprodukten kann so ein Vorgehen hilfreich sein. Auch darauf weist Günter Prange in diesem Artikel hin.
Denn jedes Merkmal eines Stammtieres, das wir bei einem direkten Inzuchtnachfahren wiederfinden, signalisiert uns, dass zumindest der Chromosomenstrang, auf dem dieses Merkmal "sitzt" weitergegeben wurde. Und wenn wir Glück haben, sind es ja genau diese Chromosomenstränge, die ebenso die für die Leistung wichtigen Eigenschaften mit sich führen. Also wenn sehr viele Merkmale übereinstimmen, sind unsere Chancen besser, die Stammtaube "zu erhalten".

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